Teufelsmauer Weddersleben

Landkreis Harz

Die Sage von der Teufelsmauer

Einst wollten die Kaiser die heidnischen Völker des Harzes zum Christentum bekehren. Sie errichteten ihre prächtigen Kirchen und Klöster bis an den Rand des Gebirges. Vom Brocken aus sah der Teufel dem Treiben mit großem Unbehagen zu. Aus Sorge um seine Macht und sein Reich auf Erden trat er vor Gott und forderte die Neuaufteilung der Welt. Wenigstens den Harz mit dem Brocken wolle er behalten. So stritt sich der Teufel mit dem Herrgott über die Neuaufteilung der Welt. Viele Jahre zog sich ihr Zwist. Bis Gott es endlich leid war und einlenkte. Der Teufel bekäme das Gebirge und er behielte das fruchtbare Land davor. Aber nur unter einer Bedingung, alles was der Teufel innerhalb einer Nacht mit einer Mauer umgrenze, gehöre ihm. Bis zum ersten Hahnenschrei habe er Zeit. Ist die Mauer beim ersten Hahnenschrei nicht fertig, sei der Pakt hinfällig. In der darauffolgenden Nacht machte sich der Teufel sogleich ans Werk.

Nun trug es sich zu, dass sich in jener Nacht eine alte Frau aus Timmenrode auf den Weg nach Quedlinburg zum Markt machte. Auf dem Rücken trug sie eine Kiepe und darinnen Hühner. Als die alte Frau durch die Dunkelheit ihren gewohnten Weg beschritt, stand sie plötzlich dem Teufel gegenüber. Sie erschrak so sehr, dass sie über eine Wurzel stolperte. Das Mütterchen stürzte zu Boden und mit ihr die Kiepe. Die Hühner flatterten aufgeregt umher und gackerten wild. Als der Teufel dies hörte, hielt er es für Hahnengeschrei und dachte der Tag bräche herein. Laut wütend und schnaufend, trat er gegen die noch nicht fertige Mauer und riss sie ein. Die riesigen Steine blieben, wo sie zu Boden fielen. Heute tragen sie Namen wie „Großvater“ oder „Ziegenbock“ und stehen in der „Teufelsmauer“, die sich von Blankenburg bis nach Ballenstedt zieht.